Gelungene Premiere mit Lehrpersonen und Berufsbildnern

Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Schule und Wirtschaft trafen sich in Rothenburg zum ersten «Zukunfts-Apéro». Das Ziel: Sich kennenlernen bei direktem Austausch über Berufswahl, Erwartungen und Chancen der dualen Berufsbildung.

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Wie gelingt eine bessere Berufswahl für Jugendliche? Und wie können Schule und Wirtschaft enger zusammenarbeiten? Mit diesem Fokus trafen sich am 5. März gegen 50 Vertreterinnen und Vertreter von Schule und lokalen Lehrbetrieben in Rothenburg zum Zukunfts-Apéro unter dem Motto «Schule trifft Wirtschaft». Organisiert wurde der Anlass vom Gewerbe- und Industrieverein Rothenburg/Rain zusammen mit der Schule Rothenburg. Gastgeber war die Frey & Cie Gruppe. Der Rothenburger Zukunfts-Apéro war eine Premiere: Das Projekt ist im Herbst 2025 vom KMU- und Gewerbeverband Kanton Luzern (KGL) und vom Verband Schulleiterinnen und Schulleiter des Kantons Luzern (VSL) bei Gewerbevereinen und Schulen angestossen worden, es soll kantonsweit Wurzeln schlagen. Lehrpersonen und Vertreter lokaler Betriebe treffen sich dabei in ungezwungener Atmosphäre. Die direkte Begegnung soll das gegenseitige Verständnis fördern, Wissen über Berufsprofile vertiefen und zur Vermittlung von Lehrstellen beitragen.

«Schule trifft Wirtschaft»: Simon Fleischli von der Sekundarschule (links) und Roland Gasser, Präsident Gewerbe- und Industrieverein Rothenburg/Rain.

Jeden Sommer 3300 Schulabschlüsse
Für GV-Präsident Roland Gasser ein zentrales Anliegen: Die Sicherung des Nachwuchses. Ziel sei es, möglichst viele Jugendliche für eine berufliche Grundbildung zu gewinnen. Schulleiter und VSL-Vorstandsmitglied Simon Fleischli erinnerte an die Dimension der Herausforderung: «Jeden Sommer verlassen rund 3300 Lernende die Volksschule im Kanton Luzern. Sie müssen irgendwo ihren Platz finden.» Der Austausch zwischen Schule und Wirtschaft sei deshalb zentral. Einblicke in den Berufswahlprozess gaben die Lehrpersonen Manuel Brunner und Roland Kühl vom Sekundarschulhaus Lindau Rothenburg. Für Jugendliche sei der Schritt in die Berufswelt oft der erste Ausbruch aus dem geschützten Rahmen von Familie und Schule. «Sie müssen plötzlich ihren eigenen Marktwert einschätzen lernen.» Die Schule setzt dafür auf verschiedene Formate: Eine Projektwoche zur Berufswahl in der 8. Klasse, einen Berufswahlparcours sowie auf das Förderprogramm «Lift», bei dem Jugendliche mit Start am Ende der 1. Sek während 36 Wochen einen halben Tag pro Woche in einem Lehrbetrieb mitarbeiten.

Förderlektionen in Theorie und Praxis
Wie die Nachwuchsausbildung aus Sicht der Wirtschaft aussieht, zeigten die Berufsbildner Marcel Ehrler und Sandro Masciulli von Frey & Cie. Das Unternehmen bildet jährlich rund 45 Lernende aus und startet jeweils mit einem zweiwöchigen Basic-Camp, in dem Verantwortung und Berufsstolz gefördert werden. Im firmeneigenen Ausbildungszentrum «Roter Bernstein» werden zudem regelmässig Förderlektionen angeboten, in Theorie und Praxis. Claudia Häfliger, Verwaltungsratspräsidentin Frey & Cie, brachte es auf den Punkt: «Wenn wir die Fachkräfte nicht selber ausbilden, fehlen sie uns später.» Simon Fleischli leitete abschliessend mit diesen Worten in den grosszügigen Netzwerk-Apéro über: «Wenn wir schon kleine Inputs mit nach Hause nehmen, ist das bereits ein wichtiger Schritt.»

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