Das Angebot des Bundes «Einfach besser! …am Arbeitsplatz» unterstützt Unternehmen dabei, die Grundkompetenzen ihrer Belegschaft zu stärken und die Mitarbeitenden für gegenwärtige und künftige Herausforderungen fit zu machen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bildungsangeboten sind die Kurse – auch in Lesen, Schreiben, Rechnen und PC-Kenntnissen – praxisorientiert und speziell auf die Anforderungen der jeweiligen Arbeitsplätze zugeschnitten. Konkret: Das Unternehmen legt zusammen mit erfahrenen Anbietern vorgängig die Inhalte der Kurse fest, die danach direkt im Arbeitsalltag umgesetzt werden. mUnternehmen können vom Förderprogramm profitieren, das von Bund und Kantonen koordiniert und finanziert wird (siehe Hinweis unten). Verschiedene Firmen im Kanton Luzern nutzen das Förderprogramm. So haben unter anderem Viva Luzern Wesemlin in der Stadt Luzern, die Trisa AG in Triengen oder die Hug AG in Malters massgeschneiderte Grundkompetenzkurse im Bereich Deutsch und Informatik durchgeführt.
200 Personen aus 26 Nationen
Eine weitere Luzerner Firma, die das Förderprogramm Für die sprachliche Weiterentwicklung seiner Mitarbeitenden nutzt, ist Perlen Packaging. «Unsere Antwort auf den Fachkräftemangel heisst Qualifizierung», sagt Sebastian Schürmann, Standortleiter der Perlen Packaging AG in Perlen. Das bedeutet zunächst, dass die Mitarbeitenden die gleiche Sprache sprechen sollen. Gar nicht so einfach, denn das Unternehmen beschäftigt rund 200 Personen aus 26 Nationen. Deshalb werden motivierten ausländischen Mitarbeitenden in einem ersten Schritt Deutschkurse angeboten. Einmal wöchentlich besuchen die Mitarbeitenden während der Arbeitszeit den Schulunterricht. Beim Kurs, der von einer externen Lehrperson geleitet wird und ein halbes Jahr dauert, geht es in erster Linie um die mündliche Sprachkompetenz. Ein grosser Vorteil für den Betrieb wie auch das Unternehmen: Der Kurs findet inhouse statt. «So können wir die Kurszeiten nach den Schichtplänen richten», sagt Schürmann.
Vom Deutschkurs in die Lehre
Sind die Deutschkenntnisse dann auf einem guten Niveau, bietet Perlen Packaging seinen Mitarbeitenden die Möglichkeit, eine Lehre nach Art. 32 zu absolvieren. «Wir wollen, dass möglichst viele einen anerkannten Berufsabschluss erreichen», sagt der HR-Verantwortliche Peter Henz. Aktuell befinden sich 17 Erwachsene in der Ausbildung zum Anlagenführer EFZ. Einer von ihnen ist der Eritreer Mubarek Ibrahim (25). Er freut sich riesig auf seinen Berufsabschluss: «Danach werde ich zum ersten Mal finanziell unabhängig sein.» Die gleiche Lehre hat Solomon Brhane (38) im letzten Sommer bereits erfolgreich abgeschlossen. Auch er startete seine berufliche Laufbahn bei Perlen Packaging vor zehn Jahren mit einem Deutschkurs. «Heute bin ich stellvertretender Teamleiter, führe mehrere Mitarbeitende und bilde selber Lernende aus», erzählt der Eritreer stolz. (zvg/apimedia)
Informationen: www.einfach-besser.ch/betriebe
Solomon Brhane (rechts) hat letzten Sommer die Lehre zum Anlagenführer EFZ bei Perlen Packaging erfolgreich abgeschlossen. Heute ist er stellvertretender Teamleiter und bildet selber Lernende aus. (Bild zvg)