Wohneigentum im Alter verkaufen oder behalten?

Der Entscheid über die eigenen Wohnverhältnisse ist sehr individuell. Er wird von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel Gesundheitszustand, Nachkommen, soziales Umfeld, finanz-, erb- und steuerrechtlichen Themen oder Zustand der Liegenschaft beeinflusst.

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Was ist bei der Nachfolgeregelung zu beachten?

Für eine erfolgreiche Nachfolgeregelung ist eine frühzeitige Planung und der Einbezug der Familienmitglieder ratsam. Eine alternative Variante gegenüber Halten oder Verkaufen liegt beim Verkauf oder der Übertragung an die Familie oder Dritte, mit Sicherung des Wohn- oder Nutzniessungsrechts. Bei der Übertragung an einen Erben ist zu beachten, dass diese nicht «zu billig» erfolgt. Ansonsten können die anderen Erben die Ausgleichung der Differenz zwischen dem tatsächlich bezahlten Preis und dem Verkehrswert, der für die Erbteilung massgeblich ist, verlangen. Mit einem Testament oder Erbvertrag können Teilungsvorschriften erlassen werden. Liegenschaftsübertragungen sind sehr komplex. Eine kompetente Beratung ist daher unerlässlich.

Wie meistert man den Wechsel vom bestehenden ins neue Eigenheim?

Eine seriöse Zeitplanung und Verhandlungsgeschick gegenüber dem Käufer sind im Verkaufsprozess entscheidend. Vor allem bei einem Verkauf an einen Dritten ist eine professionelle Begleitung des Verkaufs ratsam. Die Übergabe des Verkaufsobjekts an den Käufer muss mit dem Bezugstermin des neuen Wohnraums abgestimmt und Finanzierungsfragen frühzeitig abgeklärt werden.

Fördert das verdichtete Wohnen Verkaufsabsichten im Alter?

Qualitätsvolle Raumentwicklung nach innen unterstützt die Attraktivität in den Zentren. Das Zusammenleben und soziale Kontakte werden gefördert. Die Chancen von mehr Urbanität haben punkto Verdichtung auch Grenzen. Eine zu hohe Verdichtung kann genau das Gegenteil bewirken und die sozialen Kontakte gefährden. Benötigt wird eine Kombination aus genügend Privatsphäre und Nähe. Die Wohnbedürfnisse verändern sich im Laufe der Zeit und führen zu einer Verlegung des geografischen Lebensmittelpunktes. Das eigene Haus wird zu gross und der Umschwung bedeutet viel Zeit- und Kraftaufwand. Ansprüche wie hindernisfreier Wohnraum, guter Anschluss an den öffentlichen Verkehr und Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten oder medizinischen Einrichtungen werden priorisiert.

Verkaufen und in die Stadt ziehen – mehr als ein Trend?

Knapp 85 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz leben in den Städten und deren Einflussgebieten. Besonders attraktiv für ältere Menschen sind die kleineren Zentren in den Agglomerationsgemeinden. Meist weisen diese Regionen viel Potenzial zur Schaffung urbaner Qualitäten auf. Für die Bedürfnisse der alternden Bevölkerung sind die bestehenden Quartiere auf dem Land oft nur mangelnd gerüstet, da die Siedlungen und Wohngebäude oft auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet sind.

Was ist unter dem Schlagwort «Aging in Place» zu verstehen?

Die Lebensqualität von «Altern an Ort und Stelle» beruht darauf, unabhängig und selbstständig zu bleiben. Je nach Alter, Ansprüchen und gesundheitlichem Zustand kommen unterschiedliche Lösungen in Frage. Ein Beispiel: Im Ende 2020 fertiggestellten Zentrumsbau «Wohnen mit Dienstleistungen» im Schweighof-Areal in Kriens mit Mietwohnungen, Clusterwohnungen, Restaurant, Pflegewohngruppen, Gemeinschaftsraum, Spitex-Stützpunkt, einer Kneipp-Anlage sowie einem Fitness- und Therapieraum können Menschen auch im hohen Alter ihre Selbständigkeit bewahren. Wer seine Wohnsituation überdenkt, sollte sich über alternative Wohnformen informieren. Da ein Umzug mit grossem Aufwand verbunden ist, lohnt sich die detaillierte Prüfung der künftigen Wohnsituation.

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